Auschwitzleugner zu Gast

Als Gastredner bei ihrem Anti-Islam-Kongress im September hat die rechtsradikale Gruppe „pro Köln“ den Chef der britischen BNP, Nick Griffin, angekündigt. Der durch seine durch seine Leugnung des Holocaust und rassistische Tiraden bekannte Griffin ist wegen Aufstachelung zum Rassenhass vorbestraft.

Bisher hatte „pro Köln“ als internationale Gäste den Vorsitzenden der französischen Front National (FN), Jean-Marie Le Pen und den Chef der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ, Heinz-Christian Strache, angekündigt. Darüber hinaus kündigen die Veranstalter auch Teilnehmer vom Vlaams Belang (Belgien) und der Lega Nord (Italien) an. Aus Sachsen soll der fraktionslose Bundestagsabgeordnete Henry Nitzsche (Ex-CDU) den rechten Kongress verstärken. Auch bei „verschiedenen konservativen Dachverbänden deutscher und österreichischer Studentenverbindungen“ gebe es Überlegungen, zur Anti-Islam-Zusammenkunft zu erscheinen, so die Kölner Rechtsaußen-Gruppe.


Mit ihrem jetzt angekündigten Redner hat die als „rechtspopulistisch“ auftretende „pro Köln“-Gruppierung jedoch einen Mann eingeladen, der im Vergleich zu den bisher angekündigten Gästen noch von anderem Kaliber ist. Nick Griffin kann eine langjährige Karriere in verschiedenen britischen rechtsextremen Organisationen aufweisen und ist seit 1999 Vorsitzender der British National Party (BNP, Britische Nationalpartei). In den 1980er Jahren entwickelte er gemeinsam mit dem nach England geflüchteten Roberto Fiore eine faschistische Strategie, die angeblich sowohl Kapitalismus wie Kommunismus ablehnte („Third Position“, Dritte Position). Fiore hatte aus Italien flüchten müssen, weil er im Verdacht stand, als Mitglied der „Nuclei Armati Rivoluzionari“ (NAR, Bewaffnete Revolutionäre Zellen) an dem Bombenattentat auf den Bahnhof von Bologna beteiligt gewesen zu sein. In Abwesenheit wurde Fiore 1985 zu zehn Jahren Haftstrafe verurteilt. Der Haft hatte sich Fiore entzogen, indem er in Großbritannien abtauchte.

1998 wurde Griffin wegen Aufstachelung zum Rassenhass zu einer Bewährungsstrafe von neun Monaten und einer Geldstrafe von 2.300 Pfund verurteilt. In BNP-Veröffentlichungen hatte er den Holocaust als Schwindel bezeichnet. Im Prozess bezeichnete er die Vernichtung der Juden als „eine Mischung aus alliierter Kriegspropaganda, einer äußerst profitablen Lüge und einer Hexen-Hysterie“. Solche radikal antisemitischen Ausfälle hat Griffins BNP zwar in den letzten Jahren weitgehend eingestellt, doch noch externer Linkim April 2007 sagte er einem Journalisten, er glaube nur an den Holocaust, weil „europäische Gesetze“ ihn dazu zwingen würden.

Quelle: Redok.de