„pro NRW“ gründet Kreisverband in Dormagen

Nachdem bereits am 25. März 2007 in Dormagen–Nievenheim eine Propagandaveranstaltung von „pro NRW“ nur unter dem Protest von etwa 200 AntifaschistInnen stattfinden konnte, hat sich vor kurzem, wie üblich konspirativ, ein Kreisverband Neuss der rechtspopulistischen „Bürgerbewegung pro NRW“ in Dormagen gegründet. Erklärtes Ziel des „pro Köln“–Ablegers ist dem Nievenheimer Kreisvorsitzenden und Ex-Republikaner Daniel Schöppe zufolge „Der Einzug in Fraktionsstärke in den nächsten Dormagener Stadtrat […]“

Im Hinblick auf vergangene Aktivitäten, wie der bereits genannten Veranstaltung im März letzten Jahres in einer Nievenheimer Gaststätte, wird deutlich, dass die häufig betonte „Bürgernähe“ von „pro NRW“ nur ein Täuschungsversuch ist, um eine tiefe Verwurzelung innerhalb der Neonazi-Szene zu kaschieren. So liest sich die Liste der Unterstützer bzw. Anwesenden wie ein „who is who“ der extremen Rechten: Erwähnt sei etwa der Rechtsanwalt und “pro NRW”-Vorsitzende Markus Beisicht, einst Bundes- und Landesfunktionär der neofaschistischen Sammlungsbewegung “Deutsche Liga für Volk und Heimat“ (DLVH).
Als Referent trat Harald Neubauer in Erscheinung. Neubauer ist Mitherausgeber der 1951 von Alt-Nazis gegründeten Zeitschrift „Nation & Europa“ (Coburg), die auch von der „pro Köln“-Jugendzeitung „OBJEKTIV“ beworben wird. Er war in den 80er Jahren die rechte Hand des Republikaner-Bundesvorsitzenden und früheren Waffen-SS-Mannes Franz Schönhuber. Anfang der 90er wechselte Neubauer – wie auch Beisicht – zur neu gegründeten “Deutschen Liga für Volk und Heimat“. 2005 kandidierte er als Parteiloser auf Platz 2 der Landesliste der NPD Sachsen zur Bundestagswahl.
Ebenfalls mit im Boot: Der Düsseldorfer Rechtsanwalt Björn Clemens (39), vor geraumer Zeit noch stellvertretender Bundesvorsitzender der Republikaner. Clemens trat bei den Republikanern für eine Öffnung in Richtung DVU und NPD ein und leitete am 5. Februar 2007 die Gründungsversammlung der „Bürgerbewegung pro Nordrhein-Westfalen“.
Nicht zu vergessen Manfred Rouhs, der vor seinen Aktivitäten für das rechtspopulistische “pro”-Netzwerk ebenfalls in diversen Neonazi-Zusammenhängen aktiv war. Von 1985 bis 1987 war Rouhs Vorsitzender der NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN) in NRW. Eine weitere Station seiner „Karriere“ war ebenfalls die “Deutsche Liga für Volk und Heimat“, für die Rouhs bis 1994 im Kölner Stadtrat saß. Derzeit ist er Schatzmeister und Fraktionsgeschäftsführer der „Bürgerbewegung pro Köln“ und Bundesvorsitzender der „Bürgerbewegung pro Deutschland“.

>>> Antifa Neuss