Archiv für November 2007

verwirrt, verkalkt, pro köln…

Für Irritationen sorgte Brigitte Sobiana, die Bezirksvertreterin der rechtsextremen Organisation „Pro Köln”. In einer recht emotionalen Rede rief sie dazu auf, den Drogenabhängigen zu helfen, dazu auch die Kirchen mit ins Boot zu holen. Sie wünschte zudem der Dezernentin Bredehorst „viel Erfolg mit dem neuen Haus, ich bin sehr dafür, dass das gebaut wird”. Dabei lag auf dem Tisch noch ein Antrag ihrer Partei gegen die Ansiedlung des Junkie-Bundes an der Neuerburgstraße und gegen eine weitere Förderung der Selbsthilfeorganisation. „Verstehe ich das richtig, dass Sie diesen Antrag nach ihrer vorangegangene Rede zurückziehen?” fragte Bezirksvorsteher Winfried Dohm. Sobiana verneinte zwar, sagte aber auch, dass sie gar nicht wisse, was ihre Pro-Köln-Funktionäre da geschrieben und gewollt hätten. Und als ihr der NPD-Vertreter Bruno Kirchner, der in seiner Argumentation ganz auf der „Pro Köln”-Linie lag, vehement zuredete, den Antrag durchzuziehen, schien Sobiana sichtlich verwirrt. „Jetzt weiß ich garnicht mehr, was ich machen soll. Ich komme hier überhaupt nicht mehr mit”, sagte sie und stimmte nicht mehr für ihren Antrag. Schneller ging es dann im nichtöffentlichen Teil weiter. Da wurde dann ohne Diskussion die „Anmietung eines Fertigbaus” für den Junkie Bund beschlossen.

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Propaganda auf Kölns Pausenhöfen

Fallbeispiel Domstadt: Eine rechte Bürgergruppe geht seit einem Jahr mit einer Schülerzeitung auf Stimmenfang. Politiker beschweigen das braune Problem.

Youssef El Rayes wollte etwas für die Jugend und die Schulen am Rhein tun. Und ein bisschen auch etwas für seinen Biergarten am Aachener Weiher. Also buchte er eine Anzeige in der Objektiv, die – so die Werber – die größte Schülerzeitung der Domstadt werden sollte. Als die erste Ausgabe vor drei Kölner Gymnasien aber verteilt wurde, so erzählt Youssef El Rayes, „bin ich fast ohnmächtig geworden“. Hinter dem bunten Heftchen verstecken sich nicht etwa Schüler, sondern die rechte Bürgerbewegung „Pro Köln“. Wie andere gutgläubige Kölner Geschäftsleute war der Biergartenbetreiber einer der neurechten Schülerzeitungen auf den Leim gegangen.

den ganzen Artikel lesen…. [taz 27.11.07]

Kulturkampf von rechts

Der „Clash of civilization“ war schon lange vor dem gleichnamigen Werk Thema in der extremen Rechten. Von der so genannten Neuen Rechten über die NPD und neonazistische „Kameradschaften“ bishin zu „pro Köln“ wird über den Islam debattiert. Die einen sehen im Ismlamismus einen Verbündeten im „Kampfe gegen Amerika und das Weltjudentum“, die anderen entdecken im Islam eine „kulturelle Bedrohung Europas“. Der Referent Alexander Häusler, Mitarbeiter der Arbeitsstelle Neonazismus, wird in seinem Vortrag, darstellen, wie die unterschiedlichen Gruppen der extremen Rechten sich in Bezug auf den Islam positionieren. Im Anschluss wird die Initiative „Kein Bock auf ´pro Köln“ einen Überblick über die Propaganda von „pro Köln“ gegen die Moscheebauten in Köln und den Islam geben. Als weiterer Referent wird Dr. Kemal Bozay, Autor mehrer Bücher über den türkischen Nationalismus, über das Dilemma der Kölner Moscheebaudebatte referieren und die Schwierigkeiten benennen, die sich aus dem Widerstreit Emanzipation und Religionsfreiheit ergeben. Im Anschluss an die Referate besteht die Möglichkeit die verschiedenen Aspekte des Komplexes „Extreme Rechte und Islam“ ausführlicher zu debattieren.

Wann? Samstag 01.12.
Beginn? 19 Uhr
Wo? Kulturbunker Mülheim

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „d_bilder“ statt, am Samstag gibt es bereits ab 15 Uhr zwei Ausstellungseröffnungen[u.a. „Timeline – nationalism reloaded“] und die Vorträge „Pop national – der grenzenlose Spaß“ und „Das Wunder von Bern“ – Katharsis der Nation“. Anschließend ein Konzert von Bernadette La Hengst

„Pro D“ mit neuem Vorstand

Am 3.November fand in Remagen bei Bonn die zweite Bundesversammlung der extrem rechten „Bürgerbewegung für Deutschland“ statt. Die – nach Veranstalterangaben – mehr als 200 Teilnehmer hörten dort u.a. einen Vortrag von Hilde de Lobel vom „Vlaams Belang“ über den Entwicklungsweg der flämischen Nationalisten. Als „vorbildlich für Deutschland“ bezeichnete Manfred Rouhs (42), alter und neuer Vorsitzende von „Pro Deutschland“, den Weg des „Vlaams Belang“. Dem ehemaligen Funktionär der „Jungen Nationaldemokraten“ als Stellvertreter zur Seite steht künftig Alfred Dagenbach (59) von „Pro Heilbronn“. Der ehemalige „Republikaner“-Funktionär sitzt noch heute im Stadtrat von Heilbronn. Bundesschatzmeister bleibt Prof. Dr. Tilmann Reichelt (66) aus Bonn, 2005 noch beim extrem rechten „Akademiekreis“ aktiv. Neue Schriftführerin wird die „Pro Köln“-Stadträtin Regina Wilden, fleißige Leserbriefschreiberin u.a. in der rechten Berliner Wochenzeitung „Junge Freiheit“. Zu Beisitzern im Vorstand wurden gewählt: Lars Seidensticker (34) von „Pro Hambühren“, Ex-„Republikaner“ Christian Perbandt (46) aus Hannover, der ehemalige Marketingfachmann Fred Steininger (68) aus Heilbronn, Dr. Friedrich Löffler aus Wesseling, der 2000 bei der neofaschistischen „Gesellschaft für freie Publizistik“ referiert hatte und „Pro München“-Aktivist Peter Werner. Letzter gehörte früher dem nationalliberalen „Bund Freier Bürger“ an. Für „Auslandskontakte“ verantwortlich ist künftig Michael F. Kucherov (44) aus Köln. Der aus Wien stammende Diplom-Wirtschaftprüfer lebte lange Zeit in den USA. Für seine Übersetzungstätigkeiten wirbt Kucherov mit Anzeigen u.a. in der „Jungen Freiheit“. Über die Aktivitäten von „Pro München“ berichtete auf der Versammlung Rüdiger Schrembs. Angeblich habe diese bereits mehr als 60 Informationsstände durchgeführt und eine sechs-stellige Zahl an Flugblättern verteilt. Schrembs gehörte noch im vergangenen Jahr dem Landesvorstand der bayrischen NPD an. „Pro Deutschland“-Chef Rouhs sieht in der Tatsache, das im neuen Vorstand vier kommunale Mandatsträger aus drei Bundesländern vertreten sind, „noch lange kein Mandat für eine bundesweite Kandidatur zu Wahlen“. In der „gegenwärtigen Entwicklungsphase“ habe die „kommunalpolitische Aufbauarbeit Priorität“. Daraus könne aber „schnell mehr werden, wie das Beispiel unserer Freunde und Bündnispartner in anderen europäischen Ländern gezeigt“ habe.

Das Strickmuster der Pro-Bewegung

Wie die vom Verfassungsschutz in der Rubrik „Rechtsextremismus“ geführte Organisation „Pro NRW“ versucht, ihr Konzept auszuweiten. Maßgeblich beeinflusst wird die Vereinigung von Funktionären des Vereins „Pro Köln“.

den ganzen Artikel lesen… [Ksta – 30.10.07]