antifaschistische Hausbesuche bei „pro Köln“

Am gestrigen Freitagabend fand in Köln Ehrenfeld ein spontaner antifaschistischer Abendspaziergang statt, hieran beteiligten sich etwa 40 Personen. Besucht wurden hierbei die Neu „pro Kölnerin“ Marylin Anderegg und der Ehrenfelder Bezirksvertreter der extrem rechten „Bürgervereinigung“ Heinz Kurt Täubner. Außerdem wurden mehrer hundert Flugblätter in die Briefkästen der Nachbarschaft gesteckt.
Gegen 18:30 versammelten sich etwa 40 AntifaschistInnen in der nähe einer Bahnstation und zogen von dort vor die Haustür des Neofaschisten Heinz Kurt Täubner. Täubner wurde 2004 für die extrem rechte „Bürgerbewegung pro Köln“ in die lokale Bezirksvertretung gewählt. Er hatte zu diesem Zeitpunkt allerdings schon eine lange neofaschistische Vergangenheit. So war er bereits Ende 1983 der Vorsitzende des faschistischen „Deutschen Bürgerschutz“, der sich selbst als Bürgerwehr gebend mit rassistische Hetze vor allem im Kölner Stadtteil Chorweiler von sich reden machte. 1984 beteiligt sich Täubner bei der Gründung des „Vereins zur Förderung unabhängiger Jugendbewegung“, der als Ziel hatte eine Kooperation zwischen den verschiedenen neofaschistischen Gruppen zu organisieren. Im selben Jahr trat er auch der militanten Organisation „Schwarze Front“ bei. Diese verstand sich als Nachfolgeorganisation der faschistischen Konkurrenzpartei zur NSPAD „Schwarze Front , die 1931 von Otto Strasser gegründet worden war. Die „Schwarze Front“ tat sich durch sozialdemagogische sowie radikale antisemitische Propaganda hervor. Anfang der 90er wurde Täuber zum stellvertretenden Vorsitzenden der Kölner Kreisverbands der neofaschistischen Partei „Die Bürger“, welche damals auch in den Rat der Stadt einziehen konnte. Zu dieser Zeit beteiligte er sich auch des Öfteren an einem „Runden Tisch-Gespräch zwischen den Neonaziorganisationen „Deutsche Liga für Volk und Heimat“, NPD und der „Freiheitlichen Arbeiterpartei“ (FAP).

Anschließend ging es zur „Initiativsprecherin“ des Bürgerbegehrens gegen die Ehrenfelder Moschee, welche nach eigenen Angaben mittlerweile mehr als 17000 Unterschriften gegen das Bauprojekt gesammelt hat. Marylin Anderegg wohnhaft in der Weinsbergstraße 136, kandidierte bei der letzten Kommunalwahl noch für „Die Republikaner“, ist mittlerweile aber wie andere ihrer ehemaligen Mitstreiter zur rechtsextremen „Bürgerbewegung pro Köln“ gewechselt. Ende Oktober wurde sie dort dann auch gleich als Beisitzerin in den Vorstand gewählt. Auch hier wurden einige hundert Flugblätter in den umliegenden Straßen verteilt und die AnwohnerInnen durch persönliche Gespräche und einen Redebeitrag über die rechten Umtriebe ihrer Nachbarin aufgeklärt. Nach etwa 20 Minuten formierte sich dann eine Spontandemonstration welche lautstark durchs Wohnviertel über die Venloerstraße zum Denkmal für die gefallenen Edelweißpiraten zog und dort noch kurz stillschweigend und gedenkend verweilt bis sie sich auflöste. Die Polizei war während der ganzen Zeit erfreulicherweise nur durch vorbeifahren und freundlich am Fenster gucken (als die Demo direkt am Revier vorbei ging) präsent.